Worte, Zahlen, Bilder, „Nachrichten“ – zur „verlässlichen Faktenlage“ in der Corona-Krise

Im Sekundentakt bestimmen Worte, Zahlen, Bilder und „Nachrichten“ zur Corona-Krise weltweit die öffentliche Diskussion in Medien und Politik – und das öffentliche und private Leben ganzer Gesellschaften. Ein Blick auf die so vermittelte „verlässliche Faktenlage“.

Die Macht der Worte und Bilder ist sprichwörtlich – ebenso die der Zahlen und „Nachrichten“ in unserer modernen Welt. Ihr Einsatz bestimmt die Wahrnehmung der Realität, und damit die Realität selbst.

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Wie sehr, das erleben wir augenblicklich in der Corona-Krise. Insbesondere wohlverstandener Journalismus sollte sich dessen immer bewusst sein – und bleiben.

So ist es keine Wortklauberei, zwischen „Infizierten“ und „positiv Getesteten“ sowie zwischen „Corona-Toten“ als lediglich „positiv getesteten Sterbefällen“ oder als tatsächliche „Sterbefälle durch SARS-CoV-2″ zu unterscheiden.

Allein durch diese verbreitete Wortwahl „Infizierte“ und „Corona-Tote“ wird die Wahrnehmung einer gewissen Faktenlage unterstellt bzw. – im Wortsinne – dargestellt und damit maßgeblich bestimmt und hergestellt.

Doch so gewiss ist diese Faktenlage laut einigen renommierten Experten (Mediziner, Virologen, Epidemiologen u.a.) und offiziellen Angaben gerade nicht (eine gute Zusammenstellung hierzu findet sich bei Swiss Propaganda Research):

Infizierte – positiv Getestete

Es spricht einiges dafür, dass das Virus neu vor allem in dem Sinne ist, dass es „neu“ registriert wurde, insbesondere durch sogenannte PCR-Tests. Diese weisen nicht das Virus selbst nach, sondern molekulares Virusmaterial. Dabei sind diese Tests mit einer grundsätzlichen Problematik behaftet – dessen, „was“ und „wie“ genau sie testen bzw. messen und dies überhaupt können (detaillierter erläutert hierhier und hier).

Ein Hersteller eines PCR-Testkits beschreibt explizit als „Limitations“ (Einschränkungen), dass diese nicht als direkte Evidenz für die klinische Diagnose benutzt werden sollten.

In den Angaben zum Test, der von Prof. Christian Drosten und anderen mitentwickelt wurde, ist aufgeführt, dass er auch auf andere „SARS-related coronaviruses“ positiv testet.

Zusätzlich zur Testproblematik, „was“ der Test „wie“ genau nachweist bzw. nachweisen kann, ist zu berücksichtigen, dass es auf die Relation von Testanzahl und Positiv-Getesteten ankommt. Bleibt diese annähernd gleich, so kann keine Aussage über eine Verbreitungsgeschwindigkeit getroffen werden. Laut offiziellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt es keine maßgebliche Veränderung dieser Relation (Verdreifachung der Testanzahl liefert Verdreifachung der Testpositiven).

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Um Aussagen darüber zu treffen, ob etwas neu und wie weit es verbreitet ist, benötigt man Vergleichsdaten. Diese liegen allerdings nicht vor. Es sind keine Daten dazu bekannt, wie lange das neu getestete Virus unter uns ist und damit auch nicht, wie weit es verbreitet ist.

Die Dunkelziffer der aktuell Infizierten ist infolge der nicht repräsentativen vorliegenden Testdaten unbekannt (zusätzlich zur Problematik dessen, „was“ diese Tests „wie“ genau nachweisen können).

Die Dunkelziffer der bereits Infizierten und Genesenen, die nicht über einen Test auf Virusmaterial, sondern auf Antikörper gegen dieses Virus(material) erfassbar wäre, ist unbekannt (diese Tests sind noch in der Entwicklung). Der zumeist harmlose (gar symptomlose) Verlauf der testpositiven Fälle spricht für eine bereits vorherige unbemerkte Ausbreitung (und entsprechende Immunisierung).

Aus beiden Daten – dabei eingedenk der grundsätzlichen Testproblematiken – ließe sich erst die Zahl der aktuell wie bereits zuvor Infizierten ermitteln.

Hinzu kommt die problematische offizielle Falldefinition (Stand 24.03.2020) vom Robert Koch-Institut (RKI), die nicht nur Testpositive, sondern auch deren Kontaktpersonen umfasst.

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Testpositive Sterbefälle – Sterbefälle durch SARS-CoV-2

Auf der anderen Seite müssten die Sterbefälle ermittelt werden, für die das „neue Corona-Virus“ (SARS-CoV-2) ursächlich ist.

Diese Daten liegen laut offiziellen Angaben des RKI nicht vor. Alle testpositiven Sterbefälle gelten als „Corona-Tote“. Das heißt, statt der Aussage „durch Corona gestorben“ gibt es nur jene „mit Corona gestorben“ – und damit keine zur tatsächlichen Todesursache selbst. Das RKI empfiehlt stattdessen sogar, keine Obduktionen durchzuführen, und damit letztlich, diese Daten zur genauen Todesursache nicht zu ermitteln. Auch andere nationale Gesundheitsbehörden lassen diese Daten nicht ermitteln (führen keine landesweiten diesbezüglichen Obduktionen durch). Lediglich Schweden ist inzwischen dazu übergegangen, offiziell zwischen Todesfällen „an“ und Todesfällen „mit“ dem Corona-Virus zu unterscheiden.

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Keine verlässlichen Fakten

Im Ergebnis kann daher nur etwas über die Quantität und Qualität der Methodik und Messung ausgesagt werden (fragwürdig und unvollständig, ja unwissenschaftlich), kaum etwas über das „zu Messende“ (die „Gefährlichkeit des Virus“) selbst.

Damit gibt es weder verlässliche Fakten zum Virus und dessen Ausbreitung (wie neu, wie verbreitet) noch zur Zahl der Infizierten (aktuell PCR-Testpositive und bereits zuvor Genesene, d.h. Antikörper-Testpositive) und ebenso wenig zur Zahl der Sterbefälle „durch das Corona-Virus“.

Eine solche verlässliche Faktenlage zu behaupten und allein durch die Wahl und die „Masse“ der Worte („Infizierte“, „Corona-Tote“), Zahlen, Bilder und „Nachrichten“ („dramatische“ Zahlen, Szenen und Meldungen) in der öffentlichen Diskussion zu suggerieren (die Macht der Worte, Zahlen, Bilder, „Nachrichten“), wirft angesichts der Maßnahmen, die genau und einzig auf dieser Faktenlage aufbauen und mittels Infektionsschutzgesetz elementare in der Verfassung garantierte Grundrechte außer Kraft setzen, sehr grundsätzliche Fragen zum angemessenen Umgang mit unserer Realität auf.