Polen: Ein Löwe gegenüber Deutschland – ein Bettvorleger in Kiew

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Quelle: RT

Letzte Woche überraschte Polen seinen westlichen Nachbar mit Reparationsforderungen. Gleichzeitig nahmen polnische Soldaten am Marsch der NATO-Streitkräfte in Kiew teil und duldeten still den dortigen Bandera-Mummenschanz. Welches Spiel treibt Polen?

von Wiktor Marachowski

Es ist etwas Unerwartetes geschehen. Eine nicht zum ersten Mal geäußerte, aber neuerlich aufgewärmte Idee des polnischen Verteidigungsministers – Deutschland um weitere Reparationen für den Zweiten Weltkrieg zu erleichtern – bekam plötzlich offizielle Rückendeckung.

Das Bemerkenswerte daran: Der Urheber dieses Vorhabens, Minister Antoni Macierewicz, gilt als ein durchaus sonderbares Wesen. Die Frage nach seiner Zurechnungsfähigkeit nährt selbst in Polen den Boden für ständige Witze. Zur Erinnerung: Er stand nicht nur hinter der Theorie einer angeblichen russischen Verschwörung hinter dem Flugzeugabsturz des früheren Präsidenten Lech Kaczynski. Vor kurzem gab er zudem eine vermeintlich supergeheime Information seiner Quellen preis – darüber, dass französische „Mistral“-Kriegsschiffe, die Russland nicht bekommen sollte, bereits für nur einen Dollar von den stattdessen belieferten Ägyptern an die Russen weiterverkauft worden wären.

Und so weiter.

Deshalb galt seine vor ein paar Tagen geäußerte, besonders helle Idee, von der BRD weiteres Geld einzufordern, als ein weiterer Fauxpas in der an Fettnäpfchen reichen Geschichte des polnischen Ministers.

Polen packt die große Keule aus

Aber jetzt erfahren wir aus der Ansprache der Regierungschefin der polnischen Republik, Beata Szydlo, dass

Polen von Gerechtigkeit spricht. Polen spricht davon, was noch getan werden muss. Wir sind Opfer des Zweiten Weltkrieges. Wir sind Opfer, deren Verluste noch in keinster Weise wiedergutgemacht wurden.

Mit anderen Worten: Das offizielle Polen ist anscheinend allen Ernstes gewillt, jene Ansprüche wieder zu erheben, die vonseiten der Polnischen Volksrepublik mit den Deutschen vor mehr als einem halben Jahrhundert geklärt worden waren. Und Warschau begründet es nicht bloß irgendwie und mit irgendetwas, sondern mit der Unmöglichkeit, oberste Prinzipien und die historische Gerechtigkeit zu opfern.

So weit, so gut. Aber es gibt eine Nuance.

Die Sache ist die, dass am 24. August auch polnische Soldaten, als treue NATO-Verbündete, an einer Militärparade in Kiew teilgenommen haben.

Und dort haben sie, mit gemischten Gefühlen zwar, aber still, der ersten öffentlichen Interpretation der neuen Hymne der ukrainischen Streitkräfte gelauscht – die wohlgemerkt eine nur unwesentlich modifizierte Variante der Hymne der Bandera-UPA ist.

Derjenigen UPA, die das Massaker von Wolyn verübte und zwischen 60.000 und 120.000 Polen abschlachtete. Und derowegen bis vor kurzem Polen aktiv protestiert und wiederholt beschworen hatte, dass es „für die Ukraine in Europa mit Bandera keinen Platz gibt“.

Bandera-Kult: Regierungsnahe Zeitung fordert „Schwamm drüber“

Der Auftritt in Kiew scheint kein Versehen zu sein. Dieser Tage scheint sich ausgerechnet in dieser Frage eine 180-Grad-Wende in der Erinnerungskultur zu vollziehen. Am Vorabend des schillernden Ereignisses in der ukrainischen Hauptstadt preschte die offiziöse Rzeczpospolita plötzlich mit dem Kommentar „Besser mit Bandera als mit Moskau“ vor.

Im Kommentar – der Autor ist Experte einer hiesigen Stiftung, die ein Teil des amerikanischen Atlas-Networks ist – wird der neue Ansatz erläutert. Und zwar geht dieser so:

Große Völker können Emotionen von strategischen Bedürfnissen trennen. Kleine Nationen halten sich an strenge moralische Positionen, die natürlich ihre Selbsteinschätzung fördern, aber politische Positionen untergraben.

Dann folgen mehrere Beispiele davon, wie große Nationen, die nach vorne schauen, ungeachtet von Belastungen „Partner“ suchten. Die USA konnten sich etwa in den 1970er Jahren über Emotionen hinwegsetzen und näherten sich China an – ungeachtet tausender Amerikaner, die während Korea-Krieges ums Leben gekommen waren. Auch die „menschenverachtende kommunistische Ideologie“ der Volksrepublik China stand der Kooperation nicht im Weg. In Folge dessen haben sie die UdSSR besiegt.

Jetzt aber kann Polen seine Zugehörigkeit zu den „großen, erwachsenen Völkern“ zeigen:

Eine Ukraine, die von Polen und vom Westen abgelehnt wird, ist in Zukunft dazu verdammt, Satellit Moskaus zu werden, und wir müssen alles tun, um dieses Szenario zu verhindern.

Deswegen muss Polen die Ukraine auch mit ihrem Bandera-Kult akzeptieren.

Das Gerechtigkeitsempfinden gebietet uns, laut gegen Banderamärsche zu protestieren. Die Staatsräson aber gebietet uns, zu schweigen und mit Kiew so eng wie möglich zu kooperieren, trotz ihrer Glorifizierung der OUN und UPA.

Ist das die Vorgehensweise einer souveränen Nation?

Wie wir wissen, ist es auch so gekommen. Aber Achtung, jetzt kommt die Frage:

Warum schreit Polen einerseits ziemlich laut nach historischer Gerechtigkeit und trumpft dabei forsch gegen den nächsten Nachbarn, den stärksten Staat in der EU und den größten wirtschaftlichen Partner auf? Und ist gleichzeitig aber sanftmütig gegenüber der schwachen und abhängigen Ukraine und schweigt zum Zwecke des strategischen Nutzens – trotz der dortigen unverhohlenen Bandera-Werbung?

Es scheint hier irgendeinen Widerspruch zu geben.

Ich habe eine mögliche Erklärung: Den Widerspruch gibt es nur dann, wenn man Polen für einen unabhängigen Staat hält. Aber wenn man es nur als eine der Haremsdamen des Welthegemons betrachtet, dann ist alles an seinem Platz.

Denn die plötzliche Anmache Deutschlands – dieses bildet sich ja zu viel ein – durch das größte Land in Osteuropa schwächt deutsche Positionen in der EU und stärkt die amerikanische.

Ob Polen dafür den Sozialismus abgeschüttelt hat?

Und plötzlich ist die Bereitschaft da, das Alte zu vergessen und angesichts ukrainischer Bubenstücke beide Augen zuzudrücken, weil „Russland fürchterlicher ist“ – und das ist zweifellos auch im Interesse der USA. Diese brauchen an der Ostflanke kein Geschwätz in den Reihen der Vasallen, und keinen Streit um – na ja, bloß irgendwelche Genozide.

Mehr zum Thema – Russischer Politiker zu polnischen Reparationsforderungen an Deutschland: „Leere Worte“

Natürlich bleibt hier noch eine Frage: Hat Polen tatsächlich für so eine Freiheit gekämpft, als es den, wie wir wissen totalitären, sozialistischen Block zerstörte? Gehorsam bei dem Hegemon für Milliarden ältere Raketen einkaufen, brav das Dreifache für das „freiheitliche“ Gas zahlen, bereitwillig seine eigenen Soldaten in die Eroberungsfeldzüge des Hegemons zu entsenden, gehorsam auf das „Fass“-Kommando hin die ungehorsamen Länder attackieren, und sich pflichtschuldigst damit abfinden, dass die „Kameraden im Kampf gegen Russland“ die Polenschlächter von gestern verehren? Und so weiter.

Aber auf diese Frage kann und soll nur Polen antworten.

Wiktor Marachowski schreibt regelmäßig für RT, RIA Nowosti und andere Medien. Im Original ist Artikel bei RIA Nowosti erschien.

Linke Friedenstäubchen flattern für Kriegstreiber

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Quelle: RT

Gegen aktuelle Kriege und eine Konfrontationspolitik gegen Russland wird am Samstag, dem 8. Oktober, in Berlin eine von etwa 200 Organisationen unterstützte Protestdemo stattfinden. „Linke“ Gesinnungstaliban attackieren die Aktion bereits im Vorfeld.

von Rainer Rupp

„Deutschland befindet sich im Krieg fast überall auf der Welt. Die Bundesregierung betreibt eine Politik der drastischen Aufrüstung. Deutsche Konzerne exportieren Waffen in alle Welt. Das Geschäft mit dem Tod blüht“, heißt es im Aufruf zur Demo.

Tatsächlich beobachten immer mehr Menschen völlig entsetzt, wie unsere Bundesregierung im Gleichschritt mit NATO und EU völlig ungebremst von parlamentarischer oder außer-parlamentarischer Opposition in aller Welt zündelt, von der Ukraine über Syrien bis nach Afrika. Das alleine wäre schon schlimm genug, aber zusätzlich geht man auch noch auf Konfrontationskurs mit Russland und riskiert es dabei, nicht nur einen neuen „Kalten“ sondern womöglich sogar einen heißen Krieg zu provozieren.

Alle Umfragen in unserem Land haben bisher gezeigt, dass das Potenzial für eine mächtige Friedensbewegung vorhanden ist. Es würde schon genügen, einen Teil davon zu mobilisieren. Durch ein geschlossenes außerparlamentarisches Auftreten, das progressive und konservative Kräfte auf breiter Front verbindet, würden überall im Land die anti-militaristischen und friedliebenden Kräfte gestärkt. Über die entsprechenden Folgewirkungen auf die Politik könnten dann die Kriegstreiber in Berlin in die Schranken gewiesen oder im Idealfall davongejagt werden.

Seit vielen Jahren beklagen nämlich die eingefleischten „Atlantiker“, NATO-Angriffskrieger und Regimechange-Befürworter hierzulande, dass trotz Jahrzehnte langer, massiver Propaganda für „mehr Verantwortung weltweit“ immer noch über 60 Prozent der deutschen Bevölkerung stabil gegen jegliche Beteiligung der Bundeswehr an militärischen Interventionen und sonstigen Abenteuern im Ausland sind, egal mit welchen „humanitären“ Deckmäntelchen der Krieg schöngeredet wird.

Auch die Ermahnung des Spiegels auf seiner Titelseite im November 2006, die Deutschen müssten (wieder) „das Töten lernen“ – ein Fach, in dem sie einmal Weltmeister waren -, hatte auf die Masse der Bevölkerung nicht die gewünschte Wirkung, dafür aber umso mehr auf unsere Medien, Politiker und Parlamentarier. Mit Ausnahme (wie lange noch?) der Stimmen der Partei „Die Linke“ – hat der Bundestag bisher nahezu einstimmig alle Kriegseinsatz- und Kriegsverlängerungsforderungen der Bundesregierung abgesegnet. So hat das „Hohe Haus“, wo jeder „nur nach seinem Gewissen frei entscheidet“, wenigstens für unsere Jungs und Mädels in Uniform den Weg freigemacht, an der Seite der für Frieden, Demokratie und Menschenrechte kämpfenden US-Soldaten wieder so richtig das Töten zu lernen.

Gemeinsam können wir diese verheerende Entwicklung in unserem Land stoppen und auch zurückdrängen. Die Teilnehmerzahl der Demo am kommenden Samstag gegen die Kriegstreiber in der Bundesregierung, NATO und EU sowie gegen die Strippenzieher in Washington wird zwar noch lange nicht mit den Hunderttausenden mithalten können, die von physischer Existenzangst getrieben Anfang der 1980er an den  Friedenskundgebungen gegen die nukleare Aufrüstung teilgenommen hatten.

Nach dem großartigen Erfolg der Demo vor der US-Basis Ramstein Mitte Juni dieses Jahres gegen den von der Bundesregierung gebilligten US-Drohnenkrieg könnte die Demo in Berlin ein weiterer Schritt sein, wenigstens einen Teil der 60 Prozent auf die Straße zu bekommen, was aus Sicht der Herrschenden unbedingt verhindert werden muss.

Auffällig ist, dass es jedes Mal, wenn es danach aussieht, als hätten sich die unterschiedlichsten Friedensgruppen zur Durchführung von Großaktionen auf einen gemeinsamen Nenner geeinigt, ausgerechnet „linke Friedenskämpfer“ sind, oder Leute, die sich zumindest dafür halten, die spalterische Aktionen starten und diffamierende Aufrufe verbreiten. Die Leier ist stets dieselbe, nämlich dass Teilnehmer und/oder Organisatoren der entsprechenden Demo verkappte Rechte, Faschisten oder so genannte „Querfrontler“ seien und auch sonst alles tun, um die Demos möglichst klein zu halten. Das ist diesmal nicht anders.

Mitte September hat etwa eine Initiative aus „fünf Friedensgruppen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland“ auf ihrer Webseite stolz vermerkt, dass sie die querfrontlerische, rechtslastige und neo-nazistische „Stopp-Ramstein-Kampagne“ rechtzeitig durchschaut und deshalb nicht mitgetragen habe, obwohl diese Großdemo quasi vor ihrer lokalen „Haustür“ stattgefunden hatte.

Zugleich ruft die Initiative alle friedensbewegten Menschen dazu auf, an wie auch immer gearteten Folgedemonstrationen zu Stopp Ramstein, so auch jetzt in Berlin, nicht teilzunehmen. Begründet wird das u.a. mit dem „problematischen Anteil von Rednern“, zu denen auch Rainer Rupp gehört, denn der habe Anfang 2016 die „junge Welt“ verlassen, „weil diese die Montagsmahnwachen kritisiert“ habe und Rupp sei zudem – was offensichtlich noch verwerflicher ist – „schon 2014 als Interviewpartner von ‚Russia Today Deutschland‘ [sic!] und von Ken Jebsen bei KenFM“ aufgetreten.

Die „linke“ Scharia-Polizei lässt grüßen. Diese Leute würden am liebsten jeden auf seine Gesinnung prüfen, bevor sie ihn zu einer Friedensdemo zulassen.

Ein weiterer Rundumschlag gegen alle, die sich in den vergangenen Jahren gegen die angeblich „linke“ Ausgrenzung der „neuen“ Friedensbewegung eingesetzt haben, erschien am Wochenende bei Telepolis unter dem Titel „Der Friedenswinter ist tot! Es lebe der Friedenswinter!“.

Das Pamphlet (Teil 1 hier und Teil 2 hier) gipfelte in dem Fazit:

„Beworben wird die Demo vom 8.10. in bewährter Mahnwachen-Manier in ‚alternativen‘ Medien wie KenFM, RT-deutsch und anderen. Dabei wird mal wieder billigend in Kauf genommen, an der Seite von Rechtsextremen und Neonazis zu marschieren.“

Unter diesen Gegnern der Friedensdemo, die am kommenden Samstag um 11:30 Uhr am Alexanderplatz, Ecke Otto-Braun-Straße mit einer Kundgebung beginnt und dann zum Brandenburger Tor führt, findet man so genannte „Linke“ jeglicher Couleur, besonders junge Leute, die sich in Migrationsfragen dem „Mutter-Theresa-Kommunismus“ verschrieben haben.

Gleichzeitig fordern sie in Syrien die Bombardierung Assads, nähern sich so genannten „antideutschen“ Überzeugungen an mit anti-palästinensischen Spruchbändern wie „Bomben auf Ramallah, das ist die wahre ANTIFA“, und sehen im Krieg in der Ukraine bestenfalls nur einen Streit zwischen „dem imperialistischen Russland und den imperialistischen USA“. Längst sind sie unfähig geworden, Angreifer und Angegriffenen auseinander zu halten.

Dass ausgerechnet diese „Linken“ mit ihren neo-konservativen Sichtweisen dann auch noch Zuspruch in unseren Mainstreammedien finden, ist vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich. Obwohl viele von ihnen Mitglieder in der DKP, in der Linken, in der Antifa oder anderen, einst hochgeschätzten Organisationen sind, haben sie längst jeden Anspruch verloren, als „linkes Gewissen“ in der Gesellschaft zu fungieren. Objektiv arbeiten diese „linken Friedenstäubchen“ als Teil einer Querfront aus „Antideutschen“, „Linksliberalen“, Neokonservativen, Neoliberalen und der Springerpresse für die Kriegstreiber. Daher auf zur Demo am 8.Oktober!

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

„Sir, ich werde für Sie nicht den Dritten Weltkrieg beginnen“

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Quelle: RT

„Sir, ich werde für Sie nicht den Dritten Weltkrieg beginnen“

Sein „Nein“ verhinderte möglicherweise eine militärische Katastrophe, der britische 3-Sterne General, Sir Mike Jackson, damals Kommandeur der NATO-KFOR-Truppen im Kosovo. Auf dem Bild: Jackson im Gespräch mit dem russischen General Viktor Zawarzin auf dem Flughafen von Pristina, 26. Juni 1999.
Am 11. Juni jährt sich der Tag, an dem 1999 Europa an einem Krieg mit Russland gerade nochmals vorbeigeschrammt ist. Nicht irgendein schießwütiger General sondern der NATO-Oberbefehlshaber Europa (Supreme Allied Commander Europe – SACEUR) hatte den Befehl zum Angriff auf russische Truppen im Kosovo gegeben. Der Befehlsempfänger war der britische 3-Sterne General, Sir Mike Jackson, damals Kommandeur der NATO-KFOR-Invasionstruppe.

von Rainer Rupp

Zum Glück widersetzte sich der kühle Brite dem wahnsinnigen und wiederholt eingeforderten Befehl seines US-amerikanischen Vorgesetzten, der US-Vier-Sterne General Wesley Clark. Stattdessen schaltete Sir Mike die Regierung in London ein und drohte mit seinen sofortigen Rücktritt. (Siehe: „Gen Sir Mike Jackson: My clash with Nato chief.“) Die britische Regierung wurde aktiv, telefonierte mit Washington. Von dort wurde SACEUR Clark dann zurückgepfiffen, allerdings ziemlich widerwillig, wie sich später herausstellte.

Proteste in Montenegro gegen den Beitritt zur NATO

Angesichts des zunehmenden militärischen Aufmarschs der NATO an den Grenzen zu Russland und der markigen Worte von NATO-Politikern und Militärs, die vor einem schon bald zu erwartenden Krieg „warnen“, als Rechtfertigung, um Russland noch mehr mit dem Rücken an die Wand zu drücken, ist der Schießbefehl des NATO-Oberbefehlshabers vom 11. Juni 1999 von hochaktueller Bedeutung. Die damaligen Ereignisse verdienen daher, nochmals in Erinnerung gerufen zu werden.

Der Kosovo-Krieg endete am 11. Juni 1999 und eine gemeinsame NATO-russische Friedenstruppe sollte im Kosovo installiert werden. Schließlich war das Ende des Blutvergießens weder ein Erfolg des US-NATO-Angriffskriegs noch der US-amerikanischen Diplomatie, sondern der Waffenstillstand kam auf Vermittlungen Russlands zustande. Darauf verwies u.a. auch US- Congressman Cunningham von Kalifornien in einer Debatte im US-Kongress am 1. Juli 1999, die festgehalten ist (Siehe Archiv des Kongresses: Congressional Record, 1. July 1999, Seite  14986). Daher war es nur selbstverständlich, dass Russland erwartete, ebenso wie die wichtigen NATO-Länder, die Verantwortung für einen eigenen, unabhängigen Friedenssektor zu bekommen. Und entsprechend verärgert war man in Moskau, als das von der NATO selbstherrlich abgelehnt wurde.

In den US-NATO-Kreisen wollte man einen separaten russischen Sektor verhindern, um sicherzustellen, dass auch die von Serben bewohnten Gebiete im Norden des Kosovo unter die Kontrolle der albanischen Gewaltseparatisten UCK im Süden kamen, die von der NATO unterstützt wurden. – Ob damals im Kosovo mit der UCK oder aktuell in Syrien mit den islamistischen Halsabschneidern, die US-NATO-Kriegsverbrecher hatten noch nie Bedenken, mit angeblich „gemäßigten“ Terroristen, Killern und Verbrecherbanden zusammenzuarbeiten.

Früh am 11. Juni 1999 fuhr eine Kolonne von etwa dreißig gepanzerten russischen Fahrzeugen mit insgesamt russischen 250 Soldaten von Bosnien kommend, wo sie zuvor Teil der internationalen Friedenstruppe SFOR gewesen waren, über die serbische Grenze und weiter in die serbische Provinz Kosovo. Auf den russischen Fahrzeugen waren die großen weißen Kennzeichen der internationalen Truppen in Bosnien „SFOR“ mit denen der Kosovo-Mission „KFOR“ ersetzt worden. Um 10:30 Uhr wurde die Präsenz der Russen im Kosovo von der NATO und durch Bilder von CNN bestätigt. Und noch lange bevor die ersten NATO-Truppen auch nur in der Nähe waren, hatten die Russen das strategisch wertvollste Objekt des ganzen Kosovo gesichert: die jugoslawische Luftwaffenbasis Slatina in unmittelbarer Nähe zum Flughafen in Pristina.

Slatina bestand zum größten Teil aus unterirdischen Bunkern, die dafür gebaut worden waren, einem Atomschlag Stand zu halten. Dort hatten die jugoslawischen Mig-29 Staffeln die NATO-Luftschläge unbeschadet überstanden. Die Startbahn war zwar von Bombenkratern übersät, aber die jugoslawische Luftwaffe verfügte über Prozeduren, mit deren Hilfe die Migs innerhalb von einer Stunde an den Start gehen konnten. In der Tat starteten einen Tag nach dem Ende der NATO-Luftschläge die Mig-29 Jäger von Slatina, um in Kern-Serbien auf einen neuen Stützpunkt verlegt zu werden.

Dieses strategische Juwel sollte auf keinem Fall in den Händen der Russen bleiben, zumal die NATO davon ausging, dass das Moskau die Möglichkeit gab, auf dem Luftweg schnell neue Kräfte und Versorgungsgüter heranzuführen, um vor Ort seine Stellung mit Mannschaften und Material auszubauen. In dieser Situation gab SACEUR-Wesley Clark seinem untergebenen britischen KFOR-Kommandeur Sir Mike den Befehl, die Russen mit militärischer Gewalt von Slatina zu verjagen. Sir Mike hatte mit seiner 5. Luftlandebrigade als erste NATO-Streitmacht – aber erst einige Zeit nach den Russen – Pristina erreicht. In seinen Memoiren hat Sir Mike die kritischen Augenblicke seiner wiederholten Befehlsverweigerung festgehalten. Hier ein kurzer Auszug, der damit beginnt, dass Sir Mike seinem NATO-Oberbefehlshaber „klar machte, dass er die Nase voll davon“ habe, „von Leuten aus Washington, die von der Lage vor Ort keine Ahnung haben, Befehle zu bekommen“.

Daraufhin sagte Clark: „Mike, das sind nicht Washingtons Befehle, es sind meine“.

Sir Mike: „Wer gibt Ihnen die Autorität dafür?“

Clark: „Als SACEUR habe ich dafür die Autorität.“

Sir Mike: „Nein, dafür haben Sie nicht die Autorität.“

Clark: „Ich weiß, dass ich die Autorität dafür habe. Die Autorität des Generalsekretärs steht hinter mir.“ (Clark hatte sich zuvor beim NATO-Generalsekretär, der spanische „Sozialist“ Javier Solana, politische Rückendeckung geholt.)

Sir Mike: „Sir, ich werde für Sie nicht den Dritten Weltkrieg beginnen. … “Ich bin ein Drei-Sterne-General und Sie können mir keine Befehle dieser Art geben. Ich habe mir mein eigenes Urteil über die Situation gebildet und ich glaube, dass dieser Befehl außerhalb unseres Mandats liegt.“

Clark: „Mike, ich bin ein Vier-Sterne-General, und ich kann Ihnen diese Dinge befehlen.“

 

Quelle: Marco Fieber/CC BY-NC-ND 2.0

Letztlich empfiehlt Clark seinem KFOR-Kommandeur, von seinem Posten sofort zurückzutreten. Der ruft stattdessen seine Vorgesetzten in London an, erklärt die Situation und kündigt an, lieber zurückzutreten, statt den Befehl auszuführen. London unterstützt Sir Mike und wirkt dann auf Washington, dass der brandgefährliche und wahnsinnige SACEUR-Befehl zurückgezogen wird.

Zwei Monate nach Ende der Slatina-Krise verließ Sir Mike, der in Großbritannien als Held gefeiert wurde, seinen KFOR-Posten, auf dem ihm dann der deutsche General Reinhard als Kommandeur folgte. Was wäre gewesen, wenn Sir Mike schon früher versetzt worden wäre? Hätte der neue deutsche General auch den Mut zur Verweigerung des Befehls gehabt, wo doch SACEUR und der NATO-Generalssekretär mit ihrer ganzen Autorität dahinter standen?

Slatina zeigt, wie schnell bei der unverantwortlichen Politik der NATO-Politiker und Militärs aus einer kleinen Krise ein großer Krieg werden kann.

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Die Hintermänner des „arabischen Frühlings“

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Der todbringende arabische Frühling, unter dem inzwischen die ganze arabische Welt sowie auf Grund der Flüchtlingsströme auch Europa extrem leidet, hat seine Ursache in der Befreiungsabsicht und den Demokratisierungsbestrebungen der „westlichen Wertegemeinschaft“ – in diesem Fall angezettelt von den Befreiern der NATO unter Führung unserer amerikanischen Freunde:

Für den 4. Februar 2011 hatte die Nato in Kairo ein Treffen anberaumt, das US-Senator John McCain leitete. Mit ihm war der Franzose Bernard Levy gekommen, der zwar kein öffentliches Amt innehatte, aber in seiner Heimat einen gewissen Ruf als Philosoph genoss. Dazu kamen Unterhändler aus der Golf-Region und syrische Exilanten. Das Thema war die Frage, wie man sowohl in Libyen als auch in Syrien Aufstände entfachen könne, damit die Nato dann, im Namen von Freiheit und Menschenrechten, eingreifen könnte.
In Libyen machte man sich neben dem stets vorhandenen sozialen Gefälle vor allem ethnische Spannungen zunutze. Im Westen des Landes ist der Prozentsatz der Araber höher, im Osten derjenige der Berber. Speziell in der Gegend von Derna lebt der Stamm der Harabi, traditionell mit dem Clan Gaddafis, der berberischer Abstammung war, verfeindet.
Diese Gegebenheiten reichten indes nicht aus, um einen Flächenbrand anzufachen. Daher hatte schon lange zuvor die CIA einen Emissär nach Afghanistan gesandt, der dort, im Taliban-Lager Chost nahe Ghanzi im äußersten Nordosten des Landes, einen Libyer namens Abdel Hakim al-Hasidi anwarb. Nahe seiner Heimatstadt Derna stellte er später eine 300 Mann starke Miliz zusammen, den Kern der nachmaligen „Libyan Islamic Fighting Group“ (LIFG). Diese LIFG wurde durch 460 Mann verstärkt, die die CIA aus ihrem Gefängnis in Guantanamo rekrutierte. Ihr Ausbilder wurde der ehemalige Mudschaheddin Abu Sufian Ibrahim Ahmed Hamuda bin Qumu, der zuvor für Osama bin Laden im Sudan tätig gewesen war. Kommandeur wurde Salah al Barrani, ebenfalls ein früherer Mudschaheddin. Diese Truppe wurde durch eine Einheit des privaten Sicherheitsunternehmens Blackwater aus den USA verstärkt, und so konnte das libysche Kapitel des „arabischen Frühlings“ eröffnet werden.

Lesen Sie den ganzen Artikel hier: Preußische Allgemeine Zeitung

Betrug in Orange – Revolution in der Ukraine

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Sie glauben, die russischen Separatisten hätten im Jahr 2013 / 2014 in der Ukraine eine Revolution angezettelt? Oder die gekauften Friedenskämpfer auf dem Maidan? Weit gefehlt. Bereits über ein Jahrzehnt zuvor hat die westliche Wertegemeinschaft unter führung unserer Bündnisbrüder in den USA die Revolution in der Ukraine betrieben. Wenn Sie die Warheit wissen wollen, verlassen Sie sich unter gar keinen Umständen auf die Medien der westlichen Wertegemeinschaft. „Die Presse lügt“ ist keine wirklich neue Behauptung, die sich PEGIDA auf die Fahne schreiben darf, auch wenn die Behauptung natürlich stimmt.

Es ist Zeit über die Pressefreiheit nachzudenken, die derzeit wohl eher als Pressefrechheit zu bezeichnen ist. Und denken wir auch gleich über die Werte der westlichen Wertegemeinschaft nach. Vielleicht sind „die Guten“ ja doch in Russland zu suchen?

Wenn Sie diesen Beitrag (siehe unten) der schon damals nicht dem Mainstream folgenden „Unabhängigen Nachrichten“ lesen, werden Sie erstaunliche Parallenen zur Situation 2014 / 2015 feststellen.

Hier wird auch eine Frau Körbel erwähnt, die sich später Madeleine Albright nannte und Außenministerin der USA war während des ersten Golfkriegs gegen den bösen Diktator Saddam Hussein, von dem wir inzwischen wissen, dass er weit weniger Menschen auf dem Gewissen als jeder US-Präsident zu verantworten hat – niemand hat sich z.B. bisher die Mühe gemacht, George W. Bush aufzuhängen. Raten Sie bitte auch, welche Religionszugehörigeit Frau Körbel hatte – nur zur Vervollständigung des Bildes.

Schon damals schrieb diese Zeitschrift: „…den USA geht es einzig und allein darum, die Ukraine aus dem Einlußbereich Rußlands herauszubrechen und der NATO einzuverleiben“. Genau das ist es, was jetzt erneut versucht wird.

Betrug-in-Orange_Revulotion-in-der-Ukraine

Kartoon von einer auf öffentlichen Druck geschlossenen Webseite (ballz.de):

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