Dem Land, wo meine Wiege stand

Dem Land, wo meine Wiege stand,  
Ist doch kein andres gleich;  
Es ist mein liebes Vaterland   
Und heißt das deutsche Reich.  

Wie lieblich sind hier Berg und Thal, 
Die Wälder wie so schön!   
Wie lockend auf im Sonnenstrahl 
Die rebumkränzten Höhn!  

An Städten rauscht vorbei der Strom,  
Trägt reicher Kaufherrn Gut,  
Und freundlich spiegelt Burg und Dom   
Sich in der blauen Flut.  

Mein Kaiser aber thront als Held  
In tapfrer Heldenschar   
Und führt in seinem Wappenfeld   
Den sieggewohnten Aar.  

Drum, fragt man mich nach meinem Land, 
Brennt mir das Herz sogleich,  
Und stolz dem Frager zugewandt, 
Ruf' ich: "Das deutsche Reich!"

Text: Julius Sturm (1816-1896)
in Albvereins-Liederbuch (1905, dort in der Auflage von 1927 die vierte Strophe handschriftlich durchgestrichen)